WIR FRAGEN, DIE BÜRGERMEISTERKANDIDATEN ANTWORTEN!

Der Nürnberger Integrationsrat hat vor den Kommunalwahlen 2026 den Bürgermeisterkandidaten Fragen zu Integrations- und Migrationspolitik gestellt. Marcus König, Dr. Nasser Ahmed und Britta Walthelm teilten ihre bürgernahen Lösungen und inklusiven Beteiligungsvorstellungen detailliert. Die Antworten der Kandidaten zeigen umfassende Politikfelder von Bildung über Wohnen bis hin zu Arbeitsmarkt und politischer Teilhabe.

BAŞSAĞLIĞI

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Einige Kandidaten, darunter Roland-Alexander Hübscher von der AfD, ließen die Fragen unbeantwortet; Marcus König (CSU), Dr. Nasser Ahmed (SPD) und Britta Walthelm (Bündnis 90/Die Grünen) beantworteten sie ausführlich.

Marcus König

Marcus König – Politische Teilhabe und Entscheidungsprozesse

Wir sind alle Nürnberg und gestalten unsere Stadt am besten gemeinsam; das ist mein Grundprinzip! Als Bürgermeister sehe ich den Dialog mit den Bürgern als höchste Priorität. In Nürnberg gibt es zahlreiche Beteiligungsformate, die allen Menschen die Teilnahme an der Lokalpolitik ermöglichen: klassische Bürgerversammlungen, mobile OB-Touren, digitale Bürgerdialoge und das Format „Lass uns reden“. Wir entwickeln diese Formate kontinuierlich weiter, um sie modern, offen und zugänglich zu machen.

Dr. Nasser Achmed

Dr. Nasser Ahmed – Politische Teilhabe und Entscheidungsprozesse

Wir haben früh darüber nachgedacht, wie Menschen mit Migrationshintergrund stärker an Bürgerversammlungen teilnehmen können. Diese Bemühungen reichen noch nicht aus. Kulturelle Projekte wie die KommVor-Zone, die partizipativ in Stadtteilen mit hohem Migrationsanteil durchgeführt werden, zeigen positive Effekte. Wir wollen diese Initiativen ausweiten und ihre Reichweite erhöhen.

Britta Walthelm

Britta Walthelm – Politische Teilhabe und Entscheidungsprozesse

Mit Bürger:innenräten, Stadtteilforen und digitalen Beteiligungsplattformen fördern wir die aktive Teilnahme von Menschen mit Migrationshintergrund. Durch gezielte Informations- und Outreach-Maßnahmen motivieren wir diese Communities. Freiwilligenarbeit und Zivilgesellschaft bilden das Rückgrat unserer Stadt. Vereine schaffen Identität, öffnen Welten und vermitteln Zugehörigkeit. Deshalb unterstützen wir Vereine, stellen Räume für Treffen bereit und bieten kostenlose juristische sowie Förderberatung an.

“Die Zusammenfassungen der Antworten der Kandidaten finden Sie unten. Für die vollständigen Antworten auf alle Fragen nutzen Sie bitte folgenden Link:”
https://www.nuernberg.de/internet/integrationsrat

VERWALTUNG UND INTEGRATION

Frage 1: Welche akuten Probleme bestehen im Amt für Migration und Integration und wie sollen diese gelöst werden?

  • Marcus König (CSU): Das Ausländeramt steht wie alle Ämter großer Städte vor Herausforderungen. Seit 2020 wurden 53 neue Vollzeitstellen geschaffen, und Digitalisierung beschleunigt Prozesse. Online-Anträge, elektronische Akten und mehrsprachige Systeme werden genutzt. Task Force und IHK-Kooperationen beschleunigen Arbeitsmarkt- und Fachkräfteprozesse. Ziel: moderner, schneller Service.
  • Dr. Nasser Ahmed (SPD): Wir werden das Ausländeramt zu einem zugänglichen Empfangs- und Beratungszentrum entwickeln. Ständige Personalengpässe und häufig wechselnde Vorschriften erschweren Personalgewinnung. Digitalisierung bringt Vorteile, kann aber für manche zusätzliche Hürden schaffen. Bearbeitungszeiten sind lang, Zugang eingeschränkt. Das Beschwerdeteam ist positiv, benötigt aber noch Verbesserung.
  • Britta Walthelm (Bündnis 90/Die Grünen): Das Ausländeramt kämpft mit langen Wartezeiten und Zugangsschwierigkeiten. Wir bieten mehrsprachige Informationen, leicht verständliche Formulare, telefonische und persönliche Beratung. Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft, transparente Antragsprozesse und lokales Beschwerdemanagement erleichtern Zugang. Qualifiziertes Personal ist Priorität.

Frage 2: Ursachen für Verwaltungsmängel und geplante Reformen?

  • Marcus König (CSU): Personalmangel, hohe Nachfrage, nicht digitalisierte Prozesse. Verbesserte Terminverwaltung, mehrsprachige Online-Termine. Service digital & analog: Abholstationen, Erklärvideos, Voice- & Chatbots. Ziel: Bürgerzufriedenheit erhöhen, Bürokratie abbauen.
  • Dr. Nasser Ahmed (SPD): Problem ist Mangel an qualifiziertem Personal, nicht an Willen. Mitarbeiterbindung durch Zulagen & Karrierechancen. Robotik & Rückrufsysteme erhöhen Transparenz. Reformen steigern Servicequalität & Zufriedenheit.
  • Britta Walthelm (Bündnis 90/Die Grünen): Ursachen: komplexe Prozesse, begrenzte Ressourcen. Reformen: bürgerfreundliche Formulare, Kapazitätserhöhung, Antidiskriminierungs-Schulungen. Klare Verantwortlichkeiten verbessern Informationsfluss. Ziel: Bürgererlebnis verbessern, Bürokratie reduzieren.

EFFIZIENZ UND BÜRGERORIENTIERUNG

Frage 3: Wie können Verbesserungen durch Bürger gemessen werden?

  • Marcus König (CSU): Stabiles Terminmanagement, kürzere Wartezeiten, steigende Online-Anträge, Bürgerfeedback. Mehrsprachige Services & Dolmetscher. Voice- & Chatbots erhöhen Zugänglichkeit. Ziel: gleichberechtigte Nutzung, schnelle Fehlerbehebung.
  • Dr. Nasser Ahmed (SPD): Bürokratie schafft Ordnung, darf kein Hindernis sein. Digitale Lösungen erleichtern Anträge, verkürzen Wartezeiten. Weniger Bürokratie, mehr Service. Neue Technologien & rechtliche Anreize motivieren Personal, Prozesse effizient.
  • Britta Walthelm (Bündnis 90/Die Grünen): Kurze Wartezeiten, standardisierte Bearbeitung, Zufriedenheitsumfragen. Digitale Dienste gestärkt, telefonische & persönliche Unterstützung fortgeführt. Mehrsprachige Services & Vor-Ort-Beratung erhöhen Zugänglichkeit. Beschwerdemanagement & Prozessüberwachung korrigieren Mängel schnell.

Frage 4: Einfluss der Digitalisierung auf Zugänglichkeit?

  • Marcus König (CSU): Niemand darf ausgeschlossen werden. Service analog & digital. „Mein Nürnberg“ Info-Center unterstützt Bürger. Digitale Kompetenzprojekte ermöglichen Effizienzgewinne.
  • Dr. Nasser Ahmed (SPD): Vorteile: Mehrsprachigkeit & Zugänglichkeit. Persönlicher Service bleibt. Analoge Info-Punkte für ältere, behinderte & digital weniger versierte Bürger. Ziel: niemand wird ausgeschlossen.
  • Britta Walthelm (Bündnis 90/Die Grünen): Niemand ausgeschlossen. Online, telefonisch, vor Ort verfügbar. Barrierefreie Formulare & Screenreader-kompatible Systeme. Vor-Ort-Unterstützung & digitale Beratung beseitigen digitale Hürden.

INTEGRATIONSSICHTBARKEIT

Frage 5: Ist ein spezieller Ansprechpartner für Integration notwendig?

  • Marcus König (CSU): Integration betrifft alle kommunalen Bereiche, Querschnittsaufgabe. Alle Abteilungen verantwortlich, Verantwortungsteilung & nachhaltige Lösungen.
  • Dr. Nasser Ahmed (SPD): Kollektive Integrationsbeauftragte, klare Koordination. Integrationsrat: politisches Organ & Verwaltung. Verbesserungen offen.
  • Britta Walthelm (Bündnis 90/Die Grünen): Integrationsbeauftragte möglich, mit begrenzten Ressourcen beschränkt wirksam. Priorität: Optimierung bestehender Strukturen, Stärkung Querschnittsverwaltung & Integrationsrat.

Frage 6: Rolle des Vertreters?

  • Marcus König (CSU): Brücke zwischen Verwaltung & Bürger, nicht allein verantwortlich. Erhöht Sichtbarkeit, Koordination, führt Bürger.
  • Dr. Nasser Ahmed (SPD): Brücke & Wegweiser, nicht allein verantwortlich. Stärkt Kommunikation Verwaltung-Bürger, erhöht Bewusstsein & Koordination.
  • Britta Walthelm (Bündnis 90/Die Grünen): Vermittler Verwaltung-Community, informiert Bürger, macht Prozesse transparent. Zusammenarbeit mit Integrationsrat ermöglicht wirksame Beteiligung.

BILDUNG UND CHANCENGLEICHHEIT

Frage 7: Unterstützung der Sprachentwicklung von Kindern mit Migrationshintergrund?

  • Marcus König (CSU): Frühe Förderung entscheidend. Kitas & Krippen: spielerisches Deutschlernen. Vorkurs Deutsch 240 wichtig. Bei Bedarf verpflichtender Kita-Besuch. Ziel: systematische, bedarfsgerechte Sprachförderung.
  • Dr. Nasser Ahmed (SPD): Frühe Unterstützung für jedes Kind. Sprachförderung in Bildungseinrichtungen. Sprachfokussierte Kitas & Programme gestärkt. Zusatzprogramme nützlich, ersetzen nicht Grundbildung.
  • Britta Walthelm (Bündnis 90/Die Grünen): Frühe Förderung entscheidend. Kitas & Krippen: spielerisches Lernen. Familien, Stadtteilzentren & Treffpunkte direkt erreichbar. Zusammenarbeit mit Jugendhilfe, Schulen & lokalen Initiativen.

Frage 8: Strategie gegen Diskriminierung?

  • Marcus König (CSU): Leitlinie 5: alle Diskriminierungsformen bekämpfen. Strukturierte Anti-Diskriminierungsmaßnahmen in Schulen. Integrationsrat koordiniert.
  • Dr. Nasser Ahmed (SPD): Gerechte Bildung für alle, unabhängig Herkunft. Alternative Bildungswege & zweite Chancen. Bildung als Menschenrecht, Gesellschaft benötigt alle Talente.
  • Britta Walthelm (Bündnis 90/Die Grünen): Diskriminierung strukturell in Schulen. Priorität: Analyse & datenbasierte Planung. Antidiskriminierungsbeauftragte & Koordinationszentrum. Lehrkräfte regelmäßig zu Alltagsrassismus, Queerfeindlichkeit & Diskriminierung geschult.

WOHNEN

Frage 9: Bezahlbaren Wohnraum für alle?

  • Marcus König (CSU): Neue Stadtgebiete: sozialer Wohnungsbau. Trotz 2025 Förderkürzungen: preisgedämpfter Wohnungsbau, 20% feste Mietwohnungen. Ziel: zugänglicher, hochwertiger, sozial gemischter Wohnraum.
  • Dr. Nasser Ahmed (SPD): Bund & Landesprogramme mit WBG Nürnberg verstärken. Langfristige Mietbindung, soziale Mischung, Qualität. Soziale Wohnungsunterstützung & diskriminierungsfreier Zugang.
  • Britta Walthelm (Bündnis 90/Die Grünen): Produktion sozialer Wohnungen beschleunigen, bestehende sichern. 40% Quote erhalten & ggf. erhöhen. Genossenschaften & soziale Projekte priorisieren.

Frage 10: Unterstützung sozialer Mischung?

  • Marcus König (CSU): Verschiedene Wohnungsgrößen & -typen gemischt. 40% sozialer Wohnungsbau. Stadtteile: kulturelle Zentren, Stadtteilkoordinatoren & Beratungsstellen fördern Interaktion.
  • Dr. Nasser Ahmed (SPD): Hohe soziale Wohnkonzentration in einigen Stadtteilen vermeiden. Bildung & soziale Dienste in Planung einbeziehen. Bessere Vernetzung der Institutionen.
  • Britta Walthelm (Bündnis 90/Die Grünen): Stadtteilplanung: Wohnformen für unterschiedliche Einkommensgruppen, Kultur- & Sozialzentren, Treffpunkte & Aktivitäten. Stadtteilkoordinatoren & Beratungsstellen stärken Gemeinschaft.

ARBEITSMARKT UND INTEGRATION

Frage 11: Integration in Arbeitsmarkt beschleunigen?

  • Marcus König (CSU): Sprach- & Berufsausbildung fördern. Anerkennung ausländischer Abschlüsse erleichtert. Aktionstage Berufliche Weiterbildung & Ideenwerkstatt. Zusammenarbeit IHK, Handwerkskammer, Jobcenter & Noris-Arbeit.
  • Dr. Nasser Ahmed (SPD): Jobmessen für A1-Sprachlevel. Anerkennung beruflicher Abschlüsse stärken. Praktika & öffentliche Projekte nutzen Potenzial. Deutschunterricht an Berufsschulen.
  • Britta Walthelm (Bündnis 90/Die Grünen): Anerkennung ausländischer Abschlüsse, mehr Sprach- & Berufskurse. Kooperation mit Arbeitgebernetzwerken. Günstige Unterkünfte für junge Leute. Beschäftigung & Praktika nach Abschluss.

Frage 12: Spezielle Unterstützung für benachteiligte Gruppen?

  • Marcus König (CSU): Systematische Verfolgung von Projekten. Frauen, junge Geflüchtete & Bedürftige gezielt fördern. Ziel: nachhaltige, gleiche Integration in Arbeitsmarkt.
  • Dr. Nasser Ahmed (SPD): Programme für Frauen & junge Geflüchtete (z.B. NOA). Unterstützung für Ausbildung & Anerkennung. Kontinuierliche Langzeitprogramme.
  • Britta Walthelm (Bündnis 90/Die Grünen): Zielgerichtete Bildung, Berufsorientierung & Mentoring. Niedrigschwellige Informationen, Bewerbungs- & Ausbildungsangebote.

TEILHABE UND ENTSCHEIDUNGSPROZESSE

Frage 13: Wie politische Teilhabe erhöhen?

  • Marcus König (CSU): Bürgerversammlungen, OB-Touren, digitale Bürgerdialoge, „Lass uns reden“, Kinderversammlungen & Jugendprojekte. Ziel: Stimmen von Menschen mit Migrationshintergrund hörbar & Teilhabe verbreitet.
  • Dr. Nasser Ahmed (SPD): Bürgerversammlungen fördern Teilnahme. Kulturelle & partizipative Projekte in Stadtteilen mit hoher Migrationsbevölkerung.
  • Britta Walthelm (Bündnis 90/Die Grünen): Bürger:innenräte, Stadtteilforen, digitale Plattformen & „Lass uns reden“. Freiwilligenarbeit & Zivilgesellschaft unterstützt. Vereine Infrastruktur & Beratung.

Frage 14: Wie inklusive Teilhabe sicherstellen?

  • Marcus König (CSU): Stadtteilmanager & Integrationsrat treffen Bürger. Kulturvermittler-Projekte überwinden Sprach- & Kulturbarrieren. Stadtunterstützte Projekte alle Communities einbeziehen.
  • Dr. Nasser Ahmed (SPD): Zusammenarbeit mit motivierenden Personen, Kulturvermittler-Projekte & kommunale Finanzierung. Teilnahme aller Communities ausweiten & nachhaltig sichern.
  • Britta Walthelm (Bündnis 90/Die Grünen): Mehrsprachige Materialien & Events, kulturelle & sprachliche Barrieren berücksichtigt, Kooperation mit lokalen Organisationen. Moscheegemeinden, Kulturvereine & Migrantenorganisationen einbezogen.

Frage 15: Integrationsvision 2032?

  • Marcus König (CSU): Leitlinien 2,3,7: kulturelle Vielfalt als Wert, Verwaltung & Personal diverser, wirtschaftliche & soziale Integration. Bildung, Arbeit, gesellschaftliche & politische Teilhabe messbar erfolgreich, Lebensqualität steigt.
  • Dr. Nasser Ahmed (SPD): 2032: mehr Diversität in Verwaltung & Bevölkerung, höhere Beschäftigungsquote von Menschen mit Migrationshintergrund, gerechte Wohn- & Teilhabemöglichkeiten.
  • Britta Walthelm (Bündnis 90/Die Grünen): Integrationsrat & Querschnittsverwaltung gestärkt, Bildung & Arbeitsmarkt inklusiv, gesellschaftliche Teilhabe gefördert. Fokus auf nachhaltige, messbare Erfolge.

 

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